Hasso-Plattner-Institut
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12.04.2006

Potsdam. Wie bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen Verständigungsprobleme von Computern gelöst werden können, haben sieben junge Studenten des Hasso-Plattner-Instituts demonstriert. Beim "Bachelorpodium 2006" am 12. April stellten sie der Öffentlichkeit vor, dass es dazu sinnvoll ist, die verschiedenen Abläufe in einzelnen Unternehmen zunächst mit Hilfe einer einheitlichen Sprache zu beschreiben. Eine solche Sprache, die "Business Process Execution Language" brachten sie dann den Software-Prototypen aus der Forschungsabteilung des SAP-Konzerns bei.

Kooperiert hat das Studenten-Team des Hasso-Plattner-Instituts mit SAP-Forschern in Brisbane (Australien) und Karlsruhe. "Ein wichtiger Arbeitsbereich dort ist die Automatisierung von Abläufen im Geschäftsleben", berichtet HPI-Studentin Kathleen Haucke. Voraussetzung dafür, dass die automatisierten Geschäftsprozesse zwischen den Unternehmen und seinen Partnern funktionieren, ist die Verständigung zwischen den Rechnern. "Wie bei Menschen gibt es hier Sprachbarrieren, die überwunden werden müssen", erläutert Kathleen Haucke. Für die Computer-Verständigung sei deshalb ein Austausch von Nachrichten erforderlich, durch die sich die Beteiligten über den jeweiligen Status der Bearbeitung eines Prozesses informieren. "So kann beispielsweise das Eintreffen einer Rechnung als Startsignal für das Auslösen eines Bezahlvorgangs gemeldet werden", nennt Kathleen Haucke ein Beispiel.

Im Rahmen des von HPI-Professor Mathias Weske betreuten Bachelorprojektes im 7. Semester prüften Kathleen Haucke und ihre Kommilitonen, ob sich die standardisierte Sprache "Business Process Execution Language" (BPEL) für die gerade entwickelten Prototypen von SAP Research anwenden lässt. Ein entsprechendes Software-Paket, das SAP Research Toolset, wurde von den HPI-Studenten analysiert und mit Hilfe innovativer Technologien um die Fähigkeit erweitert, sich in BPEL verständigen zu können. "Zum Abschluss konnten wir dem Auftraggeber zwei BPEL-fähige Programme zur Modellierung von Geschäftsprozessen und zur Ausführung dieser Modelle übergeben", freut sich Kathleen Haucke.

Die Veranstaltung am 12. April war einer von 365 ausgewählten Orten in der Innovations-Kampagne "Land der Ideen" und einer der HPI-Beiträge zum Informatikjahr 2006. Insgesamt rund 60 Bachelor-Studenten präsentierten der Öffentlichkeit, welche innovativen IT-Lösungen sie im Rahmen ihres praxisnahen HPI-Studiums im Auftrag von Untenehmen und Institutionen entwickelt haben.

Foto: HPI-Studentin Kathleen Haucke erläutert, wie man durch ein von ihrem Team entwickeltes Verfahren Verständigungsprobleme von Computern bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen lösen kann. Quelle: HPI/K. Herschelmann