Hasso-Plattner-Institut
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11.07.2008

Potsdam/Berlin. Studenten der School of Design Thinking des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts haben einen digitalen Verleihservice entwickelt, der dazu beiträgt, Vertrauen zwischen Ausleiher und Leiher zu stiften. Unterstützt wurden die Studenten bei diesem Projekt von Bundesdruckerei GmbH und T-Mobile Creation Center.

Das studentische Projektteam präsentierte die Innovation zum Semesterabschluss in Anwesenheit der Projektpartner am 11. Juli 2008 auf einer Festveranstaltung mit mehr als 200 Gästen aus Wirtschaft und Politik. Außerdem wurde das Hasso-Plattner-Institut mit der School of Design Thinking im Rahmen der Veranstaltung zum dritten Mal in Folge als „Ausgewählter Ort“ von der Kampagne „Deutschland – Land der Ideen“ geehrt.

„Immer weniger Menschen verleihen sich gegenseitig Bücher oder Geld, weil sie die Mühe scheuen, ihren ausgeliehenen Gegenständen hinterherzulaufen“, erklärte der Student Stefan Pabst das Ausgangsproblem seiner Projektgruppe. Der digitale Verleihservice, den die Studenten entwickelt haben, soll es Menschen erleichtern, Bücher, DVDs oder Geld zu verleihen. Das oft peinliche Nachfragen, wo denn das geliehen Geld bleibt, übernimmt die Onlineplattform automatisch; außerdem bringt sie die Leihenden über Inhalte der geliehenen Bücher und DVDs miteinander ins Gespräch.

Und so funktioniert der Prototyp: alle Beteiligten müssen sich lediglich bei dem Onlinedienst anmelden. Ist der geliehene Geldbetrag nun 2 Tage überfällig, erhält der Schuldner automatisch gut sichtbare Erinnerungsmeldungen in seinem Internetbrowser und auf seinem Mobiltelefons.

Doch das ist nicht alles: über das System kann der Verleihende auch angeben, dass die geliehen 20 Euro nicht in bar zurückgezahlt werden, sondern für einen gemeinnützigen Zweck gespendet werden soll. Ein Mausklick genügt, den Rest übernimmt die Software. Wenn er sich mit dem Schuldner treffen möchte, kann er sich auch eine Übersicht mit Konzerten oder Kinofilmen anzeigen lassen, deren Eintrittsgeld dem geliehen Geldbetrag entspricht.

Waren nicht Geld, sondern Bücher oder Filme verliehen, kann der Ausleihende über das System mit anderen Menschen in Kontakt treten, die sich dasselbe Medium entliehen hatten und mit ihnen über die Inhalte diskutieren. Außerdem ermöglicht das System, dass der Ausleiher dem Eigentümer als Dankeschön einen Musiktitel online zugänglich macht, der dieser dann auf seinem MP3-Player anhören kann.

Die Idee für den digitalen Verleihservice entstand im Rahmen der Ausbildung an Europas erster Innovationsschule. An der HPI School of Design Thinking wird unter Leitung von Prof. Ulrich Weinberg der in Deutschland einmalige Zusatzstudiengang Design Thinking – „erfinderisches Entwickeln“ – gelehrt. Studentische Querdenker verschiedener Fachrichtungen arbeiten in multidisziplinären Teams an von Partnern gestellten realen Innovationsaufgaben.

Die studentische Projektgruppe:

Nadja Fleischer, Stefan Pabst, Ioana Petrescu, Florian Steinhoff

Hintergrund Projektpartner Bundesdruckerei GmbH

Die Bundesdruckerei GmbH, Berlin, entwickelt und liefert Systemlösungen und Dienstleistungen für sichere Identifikation und zählt weltweit zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich. Neben kompletten Pass- und Ausweissystemen liefert das Unternehmen Personaldokumente, Hochsicherheitskarten, Dokumentenprüfgeräte, Sicherheitssoftware sowie Trust-Center-Leistungen für nationale und internationale Kunden. Darüber hinaus fertigt die Bundesdruckerei GmbH Banknoten, Postwertzeichen und Steuerzeichen sowie elektronische Publikationen. Mit ihren Tochtergesellschaften BIS Bundesdruckerei International Services GmbH, D-TRUST GmbH und iNCO Sp.z o.o. beschäftigt die Bundesdruckerei circa 1.450 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 303 Millionen Euro.

Weitere Informationen unter www.bundesdruckerei.de.

 

 

Hintergrund Projektpartner T-Mobile Creation Center

Das T-Mobile Creation Center verwendet einen benutzerorientierten Innovationsprozess um neue oder noch unbekannte Bedürfnisse der Kunden herauszufinden und diese mit Produkten und Dienstleistungen von T-Mobile zu befriedigen. Das T-Mobile Creation Center berät innerhalb T-Mobile bei einem weiten Bereich von Produktentwicklung über Verkauf bis hin zu Human Resources.

 

Hintergrund Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 400 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Im Oktober 2007 nahm die "HPI School of Design Thinking" ihre Arbeit auf. Sie vermittelt Studierenden aller Fachrichtungen die Fähigkeit, in multidisziplinären Teams besonders benutzerfreundliche IT-nahe Produkte und -Dienstleistungen zu entwickeln. Das zweisemestrige Zusatzstudium ist offen für alle Studentinnen und Studenten, die sich in der Endphase ihres universitären Master-, Diplom-, Magister- oder Promotions-Studiums befinden.

Die Bewerbungsfrist für das kommende Wintersemester endet am 15. Juli 2008, die Onlinebewerbung findet sich hier: http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school/bewerbung.html