Hasso-Plattner-Institut
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31.01.2008

Potsdam. Am Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik hat Prof. Holger Giese (37) die Leitung des neu geschaffenen Fachgebiets "Systemanalyse und Modellierung" übernommen. Der Informatikwissenschaftler hatte am 30. Januar im Brandenburger Wissenschaftsministerium seine Ernennungsurkunde erhalten. Der gebürtige Schleswiger, der zuvor als Junior-Professor am Informatik-Institut der Universität Paderborn und im Sonderforschungsbereich "Selbstoptimierende Systeme des Maschinenbaus" tätig war, ist bereits seit Oktober 2006 Dozent am HPI. Er wohnt in Potsdam, ist verheiratet und hat drei Kinder.

"In dem neuen HPI-Fachgebiet werden wir uns damit befassen, wie man - vereinfacht gesagt - noch vor Beginn der Software-Programmierung mit Hilfe von Modellen beschreiben und analysieren kann, was ein hoch komplexes System der Informationstechnologie leisten wird", erläutert Prof. Giese. Ziel sei es, hoch komplexe Systeme durch die Modellierung leichter beherrschbar zu machen. Ein weiterer Schwerpunkt in Gieses Arbeit am HPI ist die Selbstadaption von IT-Systemen. "Statt im Voraus alles für einen bestimmten Einsatzzweck in fest definierten Umgebungen zu entwickeln, kann man Software-Systeme auch so gestalten, dass sie sich selbst verwalten und neuen Gegebenheiten von alleine anpassen", sagt der Informatikprofessor. 

Das helfe besonders den Unternehmen. In der Wirtschaft entfallen nach Gieses Angaben derzeit rund 60 Prozent der Kosten für die Informations-technologie auf Wartungs- und Umbaumaßnahmen. "Weil langfristige Kostenvorteile und höhere Leistungsfähigkeit zu erwarten sind, wird die Fähigkeit von IT-Systemen zur Selbstanpassung zunehmend bedeutsam für die Anwendungspraxis. Deshalb steigt das Interesse der Industrie daran stetig", freut sich der neue HPI-Professor. Giese hatte sein Studium der Technischen Informatik in Siegen als Diplom-Ingenieur abgeschlossen und anschließend in Münster in Praktischer Informatik promoviert. Sein Fachgebiet am HPI ist das neunte des Instituts. Ein zehntes (Human Computer Interaction) soll im Sommer geschaffen werden.

Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel betont, schon seit Beginn der Tätigkeit des Hasso-Plattner-Instituts werde in der Ausbildung künftiger IT-Ingenieure der Modellierung eine besondere, über das in der herkömmlichen Informatikausbildung übliche Maß hinausgehende Bedeutung beigemessen. "Unsere Absolventen sind dadurch besonders gut gerüstet für die offene und verständliche Kommunikation mit allen, die an der Software-Entwicklung beteiligt sind", sagt Meinel.