Hasso-Plattner-Institut
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17.01.2011

Potsdam. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat Deutschlands Kommunen aufgerufen, die Bürger mit einem komfortablen Starterpaket an die Online-Nutzung des neuen Personalausweises heranzuführen. HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel übergab dazu am Montag, 17. Januar, 1.000 Muster eines solchen Starterpakets mit Software-CD und einfacher Bedienungsanleitung an Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs. „Wir wollen damit zeigen, wie wichtig es ist, die Bürger an die Hand zu nehmen und sie über die Brücke von der analogen in die digitale Welt des Sich-Ausweisens zu führen“, erklärte Meinel. Die Akzeptanz des neuen Personalausweises hänge im Wesentlichen davon ab, wie einfach und leicht für Nichtfachleute Software-Installation und elektronischer Einsatz gemacht würden.

Im Auftrag des Bundesinnenministeriums hatte das Hasso-Plattner-Institut im Herbst einen Katalog von Ideen entwickelt, mit denen die Online-Nutzung des neuen Personalausweises benutzerfreundlicher gestaltet werden können soll. Die Aushändigung des Ausweises zusammen mit einer Software-CD und leicht zu verstehender Bedienungsanleitung war eine dieser Ideen.

Das der Potsdamer Stadtverwaltung in tausendfacher Auflage zur Verfügung gestellte Demonstrationsmuster erspart es dem Bürger, im Internet nach der zu installierenden Software zu suchen. Er braucht sich bei Unsicherheiten auch nicht durch ein umfangreiches pdf-Dokument zu quälen, sondern bekommt in seinem Starterpaket eine einfach verständliche Anleitung in vier Schritten. Der Bürger erfährt darin, wie er sein Kartenlesegerät in Betrieb nimmt, anschließend die so genannte „AusweisApp“ installiert, dann seinen Personalausweis aktiviert und schließlich die Online-Ausweisfunktion testet und nutzt.

„Mit solch einem Starterpaket können die Kommunen ihren Bürgern zum sofortigen Erfolgserlebnis beim Umgang mit dem neuen Personalausweis verhelfen“, hob der Institutsdirektor hervor. Der Bürger habe gleich von Anfang an alles in seiner Hand und könne schnell mit der Online-Nutzung loslegen, wenn er sich das notwendige Lesegerät beschafft habe, betonte Meinel.

Die Software-CD im Potsdamer Starterpaket enthält die neueste AusweisApp, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seit dem 3. Januar bereitstellt. Wegen Schwachstellen in der automatischen Update-Funktion hatte die ursprüngliche Software überarbeitet werden müssen.

In seiner Studie für das Bundesinnenministerium hatte das HPI Mitte Oktober 2010 zudem vereinfachte Abläufe im Dialog mit dem Softwarenutzer, übersichtlichere grafische Gestaltung der Oberflächen sowie verständlichere Bezeichnungen vorgeschlagen. Das aus sechs Experten verschiedener Disziplinen bestehende Team des Instituts hatte mit Hilfe der Innovationsmethode Design Thinking auch kreative Ideen entwickelt für weitere Einsatzmöglichkeiten des neuen Personalausweises bei der Interaktion zwischen Bürger und Behörden. 

„Bei unseren Tests waren Nutzer enttäuscht, dass sich trotz der schwierigen Handhabung kein wirklicher Mehrwert in Zusammenhang mit der Online-Funktion des Personalausweises ergab“, sagte Institutsleiter Meinel. Gewinnbringend wäre es aus Sicht seines Teams, wenn die Online-Nutzer des Personalausweises mit Hilfe einer „History-Funktion“ stets abrufen könnten, wann sie mit wem kommuniziert und welche Daten sie dabei übermittelt haben.

Auch ein „Datentresor“, der in verschlüsselter Form wichtige Daten wie PINs, TANs und Passwörter sicher aufbewahrt und der nur mit dem eigenen Ausweis geöffnet werden kann, gehört zu den vorgeschlagenen Zusatzfunktionen. Schließlich kann sich das HPI-Team auch eine E-Governmentfunktion der neuen „AusweisApp“ vorstellen. Sie soll die direkte Vorort-Speicherung aller für Behördengänge notwendigen Formulare ermöglichen und Zugang zu einem zentralen Register aller E-Government-Dienstleistungen verschaffen.

 

Hinweis für Redaktionen:

Den im Oktober präsentierten Ideenkatalog finden Sie im Downloadbereich unserer Website.
Unsere damalige Pressmitteilung finden Sie hier.

 

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