Hasso-Plattner-Institut
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26.10.2017

Pressemitteilung

Hängematte statt Hörsaal: Wo weltweit am liebsten gelernt wird

Stickige Klassenzimmer, überfüllte Uni-Hörsäle, schlecht ausgestattete Volkshochschulräume - diese Probleme hat nicht, wer im Internet lernt. E-Learning ist jederzeit und überall möglich, im Büro, zu Hause und unterwegs in Bus, Bahn oder Flugzeug. Welches weltweit die bevorzugtesten Orte fürs mobile Aufnehmen von Lernstoff sind, hat sich das Hasso-Plattner-Institut (HPI) jetzt von seinen virtuell Studierenden zeigen lassen. Die Teilnehmer an den kostenlosen und frei zugänglichen Onlinekursen der Internet-Bildungsplattform openHPI stellten mit Bildern dar, wie flexibel und individuell sie sich ihre optimale Lernumgebung einrichten oder wie sie sich Lernen in Zukunft vorstellen.

"Bei den vielen originellen Einsendungen aus aller Welt war die Auswahl wirklich nicht leicht", bekennt HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Die Jury aus openHPI-Mitarbeitern, Studierenden und Innovations-Experten aus der HPI School of Design Thinking nahm 60 Fotos und Zeichnungen in die Endauswahl. E-Learner praktisch aller Altersgruppen hatten sie von sämtlichen Kontinenten nach Potsdam geschickt. Das Institut wird alle Einsendungen nach und nach auf der Webseite https://open.hpi.de/news vorstellen.

Besonders genossen: Bequemlichkeit, Flexibilität und Effizienz

"Die Teilnehmer unserer kostenlosen offenen Onlinekurse genießen es ganz offensichtlich, von der Fixierung auf definierte Zeiten und der Präsenz an festgelegten Orten befreit zu sein. Viele Bilder zeigen selbstbestimmte und sehr behagliche Lernorte wie Luftmatratze, Gartenstuhl oder Hängematte", berichtet Meinel. Bilder von Küchentischen oder aus Straßencafés bewiesen, dass die komfortable Möglichkeit zum flexiblen, genussvollen Unterbrechen des E-Learnings als wichtiger Pluspunkt geschätzt würden. Ebenso gehe es vielen Interessierten an solchen "Massiv Open Online Courses" (MOOC) um effiziente Nutzung der Zeit, wie Bilder vom Lernen im Zug oder in der Kantine demonstrierten, so Meinel.

Am stärksten beeindruckte die Jury des Hasso-Plattner-Instituts das Foto von Rike Ullenbaum aus Wuppertal. Darauf lächelt die in der Arbeits- und Organisations-Psychologie tätige Unternehmensberaterin, mit dem Laptop auf dem Schoß, von der Hängematte in einem ruhigen, idyllischen Eckchen ihres Gartens. Die 37-Jährige hatte am jüngsten openHPI-Onlinekurs zur Innovationsmethode Design Thinking teilgenommen. Nun darf die Wettbewerbs-Siegerin auf Kosten des Instituts und in Begleitung ihres Manns eine zweitägige Potsdam-Reise antreten. "Sie bekommt eine exklusive Führung durch unsere Studienstätte, auf deren Servern sie schon Lerninhalte genutzt, die sie aber noch nie betreten hat", sagt Institutsdirektor Meinel.

Couch, Küche, Cafeteria und Kanu hoch im Kurs

Lieblingsort des Zweitplatzierten im Fotowettbewerb ist die Küche. Till Wortmanns Bild zeigt den Hamburger openHPI-Kursteilnehmer, wie er seinen Wissensdurst am Laptop stillt. Neben dem 57-jährigen freien Journalisten steht eine Flasche Riesling und ein gefülltes Weinglas. Und wie für ein Stillleben drapiert finden sich auch Obst und Gemüse auf dem Foto. Lohn des HPI für das kunstvolle Arrangement und auch die Sieger auf den Rängen drei bis fünf: Ein Ticket für das neue Potsdamer Museum Barberini.

Ein Zwölftklässler aus Schwerin bewies auf seinem eingesandten Foto Rückgrat als E-Learner auf der openHPI-Plattform: Bjarne Kopplin (17) sitzt mit kerzengerader Haltung auf einem Gymnastikball vor zwei Monitoren im Wohnzimmer neben einer Couch. Dieser Platz mit Blick auf den grünen Garten und dicht am Sofa sei ihm deshalb der liebste, weil seine Freundin dort bei ihm sitzen könne. Leider habe sie kein großes Interesse am Programmieren, er wolle das aber gerne mit einem Besuch des HPI ändern... Die Potsdamer Jury fand das Bild auf jeden Fall eines Preises (3. Platz) für würdig und lud die beiden ein, ans HPI zu kommen, sollten sie einmal in der Nähe sein.

Die Sindelfinger openHPI-Teilnehmerin Natalie Bruti (46) zeichnete ihre Vision von einem idealen Lernort: eine sonnenbeschienene Insel im Meer. Den Buchstaben H formte die IT-interessierte Dozentin an der Kinderakademie der Hector-Stiftung zu einem Stuhl, das P zu einem Tisch und das I zu einem Sonnenschirm. Fern im Hintergrund regnet aus einer Wolke Nullen und Einsen. Das Ganze ist gleichzeitig eine Glückwunschkarte zum 5. Geburtstag von openHPI und erhielt den vierten Preis.

Auf Platz fünf setzte die Instituts-Jury das von Dr. Kay Ehlers aus Hamburg eingesandte Foto. Es zeigt ein "Gras-Schiff", wie der 63-jährige openHPI-Student sein Kanu nennt, das im Garten auf dem Rasen steht: "Hier vertiefe ich mich am liebsten in die openHPI-Kurse. Mein 'Gras-Schiff' lenkt meine Gedanken und gibt gleichzeitig Schutz", schreibt der Bauingenieur und Sozialwissenschaftler, der sich auch in der Entwicklungszusammenarbeit mit Westafrika auskennt.

Seine virtuell Studierenden auf den Wettbewerbs-Plätzen sechs bis zehn belohnt das Potsdamer Institut mit je einer openHPI-Tasse. Sie ging zum Beispiel an Alexander Naumann (49) in Bad Soden (6. Platz). Auf seinem Foto hielt der Bereichsleiter eines Frankfurter Finanzdienstleisters fest, wie er während der Mittagspause in einer Cafeteria mit freiem WLAN lernt: "Deshalb besteht mein Mittagessen meist aus einem Kaffee und geistiger Nahrung", schrieb der Teilnehmer, der schon fast 50 Onlinekurse verschiedener Universitäten und Anbieter absolvierte.

Leicht lernen im Zug und mit Rollstuhl - oder im Reisfeld

Auf Platz sieben kam das Foto von Dr. Alexander Salnikov (36). Lieblingsort des Esslinger Senior-Entwicklers sind die IC- und ICE-Züge der Deutschen Bahn - beim täglichen vier- bis fünfstündigen Pendeln zum und vom Arbeitsplatz in der Nähe von Heidelberg.

Silke Stock aus Recklinghausen malte ihren Lernort - einen braunen Schreibtisch. Die 33-jährige Rollstuhlfahrerin verpasste dabei dem Computer-Monitor gleich die authentische Oberfläche der openHPI-Lernplattform. Das Bild der Frührentnerin gelangte auf Platz acht. Auf Rang neun schnitt Kateryna Anikina (27) ab.

Das Foto der Ukrainerin zeigt den Lieblings-Lernort der Projektmanagerin auf der indonesischen Insel Bali. Im Urlaub inmitten von Reisfeldern habe sie der Onlinekurs zum Design Thinking "auf neuartige und kreative Gedanken" gebracht, schrieb die openHPI-Lernerin.

Platz zehn vergab die openHPI-Jury an den Rentner Oleg Kovalev aus dem Ruhrgebiet. Das Foto des aus Weißrussland Stammenden zeigt einen Übungsraum mit einem Smart Board, einer digitalen Tafel. "Hier vertiefe ich mich am liebsten zuerst in Deutsch und dann in die openHPI-Kurse", erläuterte der 70-jährige Duisburger.

Foto-Wettbewerb zum fünften Geburtstag von openHPI

Den Foto-Wettbewerb hatte das Hasso-Plattner-Institut zum 5. Geburtstag seiner interaktiven Bildungsplattform openHPI veranstaltet. Über sie hat seit 3. September 2012 jeder Internetnutzer Gratis-Zugang zu Hochschul-Wissen - jederzeit und von überall aus. Die Plattform vermittelt mittlerweile hunderttausenden von Interessenten in aller Welt aktuellstes Wissen aus den sich schnell verändernden Gebieten Informationstechnologie und Innovation. Das geschieht bislang hauptsächlich auf Deutsch, Englisch und Chinesisch. Neuerdings bietet openHPI aber auch die Online-Übersetzung und Untertitelung eines Kurses in elf Weltsprachen an.

Mittlerweile registrierte das Hasso-Plattner-Institut mehr als 414.000 Kurseinschreibungen auf openHPI. Rund 153.000 Personen aus 180 Ländern gehören auf der Plattform https://open.hpi.de zum festen Nutzerkreis. Er wächst täglich. Für besonders erfolgreiche Teilnehmer an seinen "Massive Open Online Courses", kurz MOOCs genannt, stellte das Institut bisher mehr als 44.000 Zertifikate aus. Studierende können sich für das Absolvieren von openHPI-Kursen jetzt auch Leistungspunkte an ihrer Universität anrechnen lassen.

Wer sich Videolektionen aus den Kursen unterwegs auch dann anschauen will, wenn keine Internetverbindung gewährleistet ist (etwa im Flugzeug), kann künftig dafür die openHPI-App für iPhones oder iPads nutzen.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium an, das von derzeit rund 500 Studierenden genutzt wird. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI zwölf Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.