Hasso-Plattner-Institut
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07.09.2017

Pressemitteilung

Tor zur Spree: Studierende entwickeln Konzept für Flussbadestelle

Potsdam/Berlin. Dass die Berliner Stadtspree zum Unmut vieler Hauptstädter bisher nicht zu den Badegewässern zählt, könnte sich bald ändern: Zehn Studierende der Potsdamer School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut (HPI) haben zusammen mit der sozial-ökologischen Forschungsplattform GETIDOS und dem Projekt „Flusshygiene“ Ideen entworfen, wie eine neue Flussbadestelle auf der Insel der Jugend künftig aussehen könnte. So soll ein „Tor zur Spree“ die Besucher einladen, die Spree bewusst zu erleben, und über Wasserqualität informieren. Im Berliner Koalitionsvertrag ist das Ziel einer Badestelle auf der grünen Insel in Treptow-Köpenick verankert. 

Aus Holz und mit viel Farbe haben die Design-Thinking-Studierenden schon einen ersten Prototypen des Tors gebaut, etwa drei Meter misst die Konstruktion. „Ein Tor definiert einen klar begrenzten Ein- und Ausgang für die Badestelle und signalisiert intuitiv, dass das Schwimmen an diesem Ort erlaubt und sicher ist“, erklärt Wissenschaftlerin Dr. Claudia Nicolai, die das Projekt am HPI betreut. 

Beim Berliner „Big Jump 2017“, der anlässlich des Europäischen Flussbadetages am 9. Juli zu einem Sprung in die Spree lud, konnten die Studierenden ihre Idee bereits testen: „Durch das Tor wird signalisiert, dass die Menschen ausdrücklich zum Baden und Verweilen eingeladen sind. Damit wächst das Vertrauen“, berichtet Projektteilnehmer Tassilo Boßmann. Den Studierenden zufolge wäre es außerdem denkbar, das Tor mit aktuellen Daten zur Wasserqualität zu verknüpfen, die das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Flusshygiene“ sammelt. Schirmherrin des diesjährigen „Big Jump“ ist Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin.  

Neben der Sicherheit standen bei dem Design-Thinking-Projekt vor allem die Aspekte Familienfreundlichkeit und Ökologie im Vordergrund. Das Tor soll in eine größere Badelandschaft eingebunden werden, die ein Sonnendeck, Spielplatz und Kinderschwimmbecken umfasst. Eine absenkbare Plattform soll Badegästen zudem das Schwimmen ermöglichen, ohne den Boden des Flusses betreten zu müssen. Dr. Rafael Ziegler, Leiter von GETIDOS, der den Big Jump schon seit vielen Jahren begleitet, sagte: „Durch die schönen Design-Ideen in diesem Kooperationsprojekt, kommen wir einer sozialen und ökologischen Badestelle in Deutschland näher. Das wäre das erste Mal, dass in Deutschland die Big-Jump-Forderung nach gesunden und lebendigen Flüssen auch in Form einer Badestelle praktisch umgesetzt würde.“ 

Über die HPI School of Design Thinking

Die HPI School of Design Thinking (https://hpi.de/school-of-design-thinking.html) wurde 2007 von Hasso Plattner nach dem Vorbild der Stanforder d.school in Potsdam gegründet und hat sich seither zum europäischen Drehpunkt für Bildung im Bereich Design Thinking entwickelt. Seit 2007 bietet die HPI School of Design Thinking jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium in der Innovationsmethode an. Revolutionär daran ist, dass sowohl die vier bis sechs Studenten pro Lerngruppe als auch ihre Professoren und Dozenten aus völlig unterschiedlichen Disziplinen stammen. Als multidisziplinäres Team, zum Teil auch mit Partnern aus der Wirtschaft, entwickeln sie Lösungsansätze, die die menschlichen Bedürfnisse in den Vordergrund rücken und nutzerzentriert sind. In diesem Jahr kommen die Studierenden der HPI School of Design Thinking aus 20 Nationen, von 60 Universitäten und aus 75 Disziplinen. Mehr als die Hälfte der DAX30-Unternehmen haben die D-School bereits besucht.

Seit 2007 wird Design Thinking unter der Leitung von Professor Ulrich Weinberg erfolgreich am Hasso-Plattner-Institut gelehrt, gelebt und kontinuierlich weiterentwickelt. In enger Zusammenarbeit mit dem d.school-Schwesterinstitut in Stanford und Partner-Unternehmen aus allen Branchen hat die HPI D-School einen einmaligen Erfahrungsschatz zu Innovationsmethoden und Design Thinking aufgebaut. Die HPI Academy bietet Design Thinking für Professionals.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die Digital Engineering Fakultät der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium an, das von derzeit rund 500 Studierenden genutzt wird. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI zwölf Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.