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01.02.2017

News

Industrie 4.0-Konferenz: BDI-Präsident Kempf brennt Breitbandausbau auf den Nägeln

Zum dritten Mal hatte das Hasso-Plattner-Institut (HPI) führende Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zur Industrie 4.0-Konferenz geladen. Gemeinsam diskutierten sie den Status Deutschlands als "Industrie 4.0-Nation". Das Thema Breitbandausbau wurde von vielen Seiten angesprochen.


Rückblick

Aufzeichnung der Konferenzvorträge:

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Website der Veranstaltung:

Als Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) erklärte Professor Dieter Kempf in seinem Vortrag, dass die digitale Transformation mehr die Prozesse als die Produkte betreffe. Mittelständische Unternehmen hätten ihr Augenmerk bisher auf die Optimierung ihrer Produkte gelegt, dass müsse sich nun ändern. In Deutschland gebe es viele hervorragende Erfolgsbeispiele dafür. Mit Blick auf den deutschen Mittelstand meinte Kempf: "Wir müssen schaffen, diese 'best practices' in die Köpfe der Menschen zu bringen." Er appellierte, den Breitbandausbau in Deutschland zu beschleunigen, um Entwicklungen nicht zu verzögern. "Das ist etwas, was wirklich auf den Nägeln brennt", so Kempf. Seiner Ansicht nach können die derzeit flächendeckend angestrebten 50 Mbits/s allenfalls ein "Etappenziel" sein, da dies für industrielle Anwendungen oder autonom fahrende Autos nicht ausreiche.

Verkehrsministerium will gigabitfähige Infrastruktur bis 2025

Diese Forderungen nahm die Politik auf. Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), erläuterte in seiner Rede, welche Initiativen die Bundesregierung für den Breitbandausbau bereits angestoßen hat: In der Netzallianz "Digitales Deutschland" seien alle innovations- und investionsbereiten Unternehmen zusammengeführt worden. "Bis Ende 2019 sollen Glasfaseranschlüsse für alle bisher unterversorgten Gewerbegebiete verlegt werden", so der Staatssekretär. Darüber hinaus seien die Voraussetzungen für ein flächendeckendes 5G-Netz bis Ende 2020 geplant. Im Jahr 2025 wolle man dann eine konvergente gigabitfähige Infrastruktur bereitstellen. Neue Ziele dieser "Zukunftsoffensive" würden bereits verhandelt.

Bildergalerie: Industrie 4.0-Konferenz

Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland steht auf dem Spiel

Gastgeber und HPI-Direktor Professor Christoph Meinel beschrieb in seinem Grußwort die Herausforderungen der vierten industriellen Revolution und mahnte, dass die aktuell gute Wirtschaftslage in den Führungsetagen deutscher Unternehmen nicht dazu führen dürfe, richtungsweisende Entscheidungen zu vertagen. "Die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland wird in den nächsten Jahren entscheidend davon abhängen, wie schnell die digitale Transformation in deutschen Unternehmen voranschreitet und umgesetzt wird".