Hasso-Plattner-Institut20 Jahre HPI
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14.08.2019

News

Schlüsselbund adé: HPI-Studierende ermöglichen verhaltensbasierte Zugangskontrolle

Das HPI legt besonderen Wert auf die praxisnahe Ausbildung und Teamfähigkeit seiner Studierenden. Am Ende des Studiums erarbeiten die Studierenden im Rahmen des Bachelorprojekts im Team gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Forschung ein eigenes Softwareprojekt. Am Lehrstuhl Internet-Technologien und Systeme entwickelten sechs Studenten ein Jahr lang ein System zur Zugangskontrolle anhand der Identifizierung der berechtigten Personen durch ihr Verhalten.

Die Bachelorprojektgruppe bestehend aus Tim Hehmann, Max Plaga, Jonathan Wilke, Niklas von Dornick, Usame Algam und Lasse Jahn (v.l.n.r.) mit ihren Betreuern Prof. Christoph Meinel (3.v.r.) und Christian Tietz (2.v.r.) (Foto: HPI/K. Herschelmann)

Mit der neuen Software könnte die Verwaltung des Gebäudezugangs bald revolutioniert und bisherige Zugangsmechanismen, wie Schlüssel oder Zutrittskarten, abgelöst werden. Das in Zusammenarbeit mit neXenio GmbH entstandene System bietet im Vergleich zu bestehenden Systemen mehr Sicherheit und Komfort bei bedeutend geringeren Kosten. „Die Zugangskontrolle von Gebäuden kann sehr schnell sehr komplex werden. Die Kontrolle über die vielzähligen Bereiche und Zugänge kann nur automatisiert bewältigt werden”, erläutert Max Plaga, Mitglied der Bachelorprojektgruppe.

„Die Zugangskontrolle ist jedoch immer nur so sicher, wie die Authentifizierung selbst. Schlüssel, Smartcards, Fingerabdruck, Iris oder Ähnliches benötigt zusätzliche, meist kostenintensive Hardware. Dies führt häufig dazu, dass unsicherere und kostengünstige Hardware genutzt wird und somit die Sicherheit des Gesamtsystems verringert wird”, so Plaga weiter.

Als großen Vorteil führt der Student die Einfachheit für den Endnutzer des Systems an: „Mittels der kontinuierlichen Authentifizierung einer App auf dem Smartphone und der selbstständigen Kommunikation von Smartphone und Türen ist zum Öffnen nur noch das Verhalten und keine Interaktion mehr notwendig.”

Um die bisherigen Zugangsmechanismen zu ersetzen, wurde der Authentifizierungsalgorithmus der neXenio GmbH genutzt. Der Projektpartner hatte mit seiner App für verhaltensbasierte Authentifizierung einen neuen Schlüssel geschaffen, der andere haptische Zutrittsmöglichkeiten ersetzen kann. Plaga erläutert: „Momentan existiert jedoch kein Schloss, welches mit der App geöffnet werden kann. Unser System ermöglicht genau dies und verknüpft passende Schlösser der zu sichernden Türen mit dem neuartigen Schlüssel." 

Betreut wurden die Studenten von Prof. Dr. Christoph Meinel, HPI-Direktor und Leiter des Fachgebiets Internet-Technologien und Systeme, sowie von den Doktoranden Christian Tietz und Eric Klieme.

Das Ergebnis ihrer Arbeit wurde von den Studenten vor rund 300 Gästen der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beim Bachelorpodium des HPI am 11. Juli 2019 präsentiert.