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09.11.2017

News

Digital Health Center: US-Forscher spricht über Zukunft der Präzisionsmedizin

Das gezielte Sammeln, Vernetzen und Analysieren von Daten spielt in der Medizin eine zunehmend wichtige Rolle. Die daraus resultierende personalisierte und damit individuellere Form der Krankheitsbetrachtung und -behandlung, der sogenannten Präzisionsmedizin, sind Arbeits- und Forschungsschwerpunkt des US-Forschers Dr. Joel Dudley. Dieser gab am Mittwoch, den 8. November, Einblicke in seine Arbeit und erklärte, warum aus seiner Sicht heutige Strategien zur Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten nicht mehr zeitgemäß sind.

Dr. Joel Dudley zu Gast am Digital Health Center. (Foto: HPI/F. Flemming)

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Die Aufzeichnung des Livestreams ist in voller Länge unter tele-TASK abrufbar.

Wie wenig wir noch immer über den menschlichen Körper wissen wird durch ein Zitat von Joel Dudley klar: „Health is the absence of what we define as desease“, aber auch bei der Wiederherstellung der Gesundheit agieren Ärzte häufig in einer Art Black Box. Grund ist die fehlende Vernetzung – und das nicht nur zwischen den Ärzten verschiedener Disziplinen.

Schon bei der Anamnese untersuchen Ärzte zumeist nur Vitaldaten, die für die akut sichtbare Krankheit relevant sind. Doch wie Alzheimer mit Hautkrankheiten zusammenhängt oder welcher Diabetes-Typ das Krebsrisiko erhöht, können Dudleys Worten zufolge nur umfängliche Untersuchungen und Auswertungen von Daten zeigen.

Dudley ist Associate Professor der Genetik und Genomwissenschaften an der New Yorker Icahn School of Medicine at Mount Sinai. Er ist dort ebenfalls der erste Direktor des kürzlich gegründeten Institute for Next Generation Healthcare und verfolgt mit seiner Arbeit und Forschung genau diesen Ansatz.

In den Next Generation Healthcare Institutionen betreiben die Ärzte gezielt Data Mining. Diese Daten werden mit Hilfe von sogenannten unbeaufsichtigten Deep-Learning-Algorithmen ausgewertet und sollen helfen, Korrelationen zwischen Krankheiten aufzudecken, die man auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Geplant sind Next Generation Healthcare Institutionen in den gesamten USA, die durch ihre Vernetzung und Auswertung von Daten zukünftig die Patientenbetreuung verbessern sollen.

Besondere Bedeutung legte Dudley hierbei auf die durch Smartphones und andere Health Devices gesammelten Daten: „Studies via phone blow away all the studies we know so far“.

Der US-Forscher folgte der Einladung von HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel und Prof. Erwin Böttinger, unter dessen Leitung gegenwärtig das Digital Health Center am Campus Griebnitzsee aufgebaut wird. Das Digital Health Center ist an der gemeinsam von HPI und Universität Potsdam gegründeten Digital-Engineering-Fakultät angesiedelt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Präzisionsmedizin, Big Data sowie Connected Healthcare. 

Das Team des IT-Gipfelblogs sprach im Video-Interview mit Dr. Joel Dudley: