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03.05.2018

News

HPI Future SOC Lab: Experten präsentieren neue Ergebnisse

Wie lassen sich in „intelligenten“ Städten unterschiedliche Datenströme miteinander verknüpfen und wie gelingt es in der Medizin, anonymisierte Genomdaten sinnvoll zu verbinden? Weltweit ist die Wissenschaft und Forschung heute bei der Analyse großer Datenmengen auf eine leistungsfähige IT-Infrastruktur angewiesen. Diese stellt das Spitzenforschungslabor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), das „HPI Future SOC Lab“, seit 2010 zusammen mit Industriepartnern interessierten Forschungseinrichtungen weltweit für ausgewählte Projekte zur Verfügung.

Am 17. April präsentierten und diskutierten IT-Experten aktuelle Ergebnisse, die sie mithilfe des "HPI Future Soc Lab" erarbeitet haben. (Foto: F. Flemming)

Aufzeichnungen des Future SOC Lab Days

Am 17. April präsentierten und diskutierten IT-Experten internationaler Universitäten sowie Forschungsinstitute und Unternehmen am HPI aktuelle Ergebnisse, die sie mithilfe der Potsdamer Serversysteme erarbeitet haben. Gastgeber der zweimal jährlich stattfindenden Konferenz sind HPI-Direktor Professor Christoph Meinel und Professor Andreas Polze, Leiter des Fachgebiets Betriebssysteme und Middleware.

So zeigten Wissenschaftler der Universität Kapstadt, wie sie anhand von Nachrichtenströmen in Social Media die Entwicklung sozialer Probleme nachvollziehen können. Indem sie die politische Diskussion spezifischer Themen in tausenden kurzen Nachrichten identifizieren und verfolgen, möchte das Team aus Südafrika außerdem einen neuen Indikator für die wahrgenommene Qualität der Regierungsführung generieren.

Mit den Daten von „Smart Cities“ beschäftigen sich die IT-Experten der Technischen Universität Clausthal: Anhand urbaner Mobilitätsdaten möchten sie Ampelschaltungen je nach Tageszeit und Verkehrsstrom optimieren. Grundlegendes Problem ist dabei die Verbindung vieler heterogener Datenquellen, die in einer intelligenten Stadt entstehen. Darüber hinaus zeigten Wissenschaftler der Georg-August-Universität Göttingen, wie sich Genomdaten vieler verschiedener Patienten zusammenfassen lassen, um sogenannte „Kohorten“ zu definieren und besser behandeln zu können.

Anhand der US-amerikanischen Zeichentrickserie „Rick and Morty“ präsentierte der HPI-Doktorand Pejman Najafi in seinem Vortrag, wie sich bösartige Domains und IP-Adressen anhand ihrer Nähe zu anderen Entitäten entdecken lassen. Laut Najafi können diese, ganz wie der geniale Wissenschaftler und Serienprotagonist Rick, ihr Verhalten und Aussehen zwar problemlos ändern, nicht aber ihre Verbindung zu externen Objekten - sodass sich „Identität“ in vielen Fällen leichter anhand solcher Assoziationen bestimmen lasse.

Seit Eröffnung des HPI-Spitzenforschungslabors 2010 haben Experten aus rund 23 Nationen die Infrastruktur für rund 400 Forschungsprojekte genutzt. Auf dem Future SOC Lab Day entschied die Steuerungsgruppe des HPI-Spitzenforschungslabors über 32 neue Projektanträge, die von mehr als 19 verschiedenen Forschungsinstituten aus aller Welt am HPI eingereicht wurden. Das HPI Future SOC Lab bietet Wissenschaftlern kostenlos die neuesten Technologien für die Erforschung der Analyse riesiger Datenmengen in Echtzeit.