Hasso-Plattner-Institut20 Jahre HPI
Hasso-Plattner-Institut20 Jahre HPI
  
Login
 

18.01.2019

News

LDTAI-Absolvent im Interview

"Führungskräfte müssen aktiv Zukunftsfähigkeit schaffen"

Gerhard Puhlmann, Geschäftsführer der S-Servicepartner Berlin GmbH, hat im Herbst am Führungskräfteprogramm Leading Digital Transformation and Innovation des Stanford Center for Professional Development und der HPI Academy teilgenommen. Im Gespräch mit Dagmar Willems, HPI Projekt-Managerin, hat er seine Erfahrungen mit dem Programm noch einmal reflektiert.

Gerhard Puhlmann, Geschäftsführer der S-Servicepartner Berlin GmbH (r.), im Gespräch mit Teilnehmern des Führunskräfte Programms, Leading Digital Transformation and Innovation. Foto: HPI/K.Herschelmann

Dagmar Willems: Herr Puhlmann, wie haben Sie vom Programm profitiert – was waren Ihre wichtigsten Learnings?

Am wichtigsten sind wohl die neuen Sichtweisen auf die Digitalisierung und deren Chancen, die ich durch das Programm gewonnen habe: Es hat mir gefallen, dass wir innerhalb des Kurses mit Fokus auf die neu entstehenden Möglichkeiten gearbeitet haben. Diesen Spirit in Stanford und bei den vor Ort im Silicon Valley besuchten Unternehmen dann auch live zu erleben, war sehr inspirierend. Wesentliche Entwicklungen wurden uns von „Vorreiter-Professoren“ in Stanford und am HPI in Potsdam vorgestellt und wir hatten die Möglichkeit, diese mit den Experten zu diskutieren.

Ich habe während des Programms neue Arbeitsformen - wie Design Thinking - in der Theorie und Praxis kennengelernt bzw. vertieft, die ich nun im eigenen Unternehmen anwenden möchte. Besonders deutlich wurde mir, dass ein frühzeitiges Einbinden unserer Kunden durch Interviews und das Testen von frühen Prototypen sinnvoll ist - und damit einhergehend auch eine neue Experimentier- und Fehlerkultur. Ich habe viele Denkanstöße auch für die Bewertung der eigenen Aktivitäten – im Voraus und Nachhinein – mitgenommen. Neben den vielen neuen Sichtweisen und Erkenntnissen, waren andere Aspekte eine Bestätigung für meine bisherigen Bestrebungen und mein Handeln – auch davon habe ich profitiert.

Ein weiterer Mehrwert des Programms ist für mich die Erweiterung des eigenen Netzwerks. Ich bekam die Möglichkeit, durch den engen Austausch auch von den Erfahrungen und Aktivitäten der anderen Teilnehmer zu lernen.

Dagmar Willems: Wo wenden Sie das Gelernte an, wie beeinflusst es Sie in Ihrer strategischen und in Ihrer täglichen Arbeit?

In erster Linie kann ich das Gelernte für den digitalen Wandel nutzen, in dem sich unser Unternehmen gerade befindet und der uns massiv beeinflussen wird. Wir möchten diesen Wandel aktiv gemeinsam mit unseren MitarbeiterInnen gestalten. Dazu gehören Projekte, die die Optimierung von Prozessen im Allgemeinen, mittlerweile aber fast immer auch die Digitalisierung im Speziellen und den wertschätzenden, zukunftsorientierten Umgang mit unseren MitarbeiterInnen beinhalten.

Dagmar Willems: Wie hat sich Ihr Verständnis der digitalen Transformation (und deren Herausforderungen und Chancen) durch das Programm weiterentwickelt?

Eine zentrale Erkenntnis für mich ist, dass wir im Vergleich zu den USA oder zur Volksrepublik China noch immer deutlich zu langsam sind. Zwar sind in unserem Unternehmen gute erste Schritte unternommen worden, aber diese müssen konsequent weiterverfolgt werden. Eine der größten internen Herausforderungen besteht darin, die MitarbeiterInnen auf dem Weg der Digitalen Transformation mitzunehmen – vorhandenes Personal mit seinen Fähigkeiten sinnvoll zu nutzen und die Lust der MitarbeiterInnen auf Neues und Bereitschaft für Flexibilität zu schaffen.

Dagmar Willems: Last but not least: Wem würden Sie empfehlen, das Programm zu durchlaufen?

Ich denke, dass das Programm sowohl für das mittlere Management als auch für Geschäftsführer und Vorstände aus nahezu allen Branchen großen Mehrwert hat. Weiterhin scheint mir das Programm spannend zu sein für Spezialisten, die Projekte leiten - und hier meine ich nicht nur Digital-Projekte - oder in diesen einen digitalen Arbeitsschwerpunkt haben. Dabei ist es aus meiner Sicht wichtig, dass man ein Grundverständnis für den digitalen Wandel mitbringt, in dem sich unsere Gesellschaft, die weltweite Wirtschaft, aber insbesondere auch das eigene Unternehmen befindet. Potentielle Teilnehmer des Programms sollten bereit sein, sich den Herausforderungen in der Gegenwart und der Zukunft zu stellen: Sie sollen sich im Klaren darüber sein, dass es für Führungskräfte darum gehen muss aktiv Zukunftsfähigkeit zu schaffen. Vorkenntnisse in agilen Innovationsstrategien wie Design Thinking sind dabei gut, aber nicht notwendig. Neue Inhalte werden einfach und schnell nachvollziehbar vermittelt.