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21.02.2020

Industrie 4.0-Konferenz 2020: Habeck zu Gast am HPI

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) brachte am 20.02.2020 auf der Industrie 4.0-Konferenz wieder hochrangige Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie der Zivilgesellschaft zum Thema intelligentes Energiemanagement, „Smart Energy“, zusammen. Hierbei zeigten sich viele Chance, über die smarte Energienutzung Fortschritte im Klimaschutz zu erzielen.

Habeck zu Gast auf der Industrie 4.0-Konferenz
Am 20.02.2020 begrüßte das HPI auf der Industrie 4.0-Konferenz Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie der Zivilgesellschaft zum Thema „Smart Energy“.

Weiterführende Informationen

Zu Gast war unter anderen Dr. Robert Habeck, MdB und Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Habeck sieht in der Digitalisierung die einzige Chance für eine erfolgreiche Energiewende und Maßnahmen zum Klimaschutz in Deutschland. Um einen erfolgreichen Übergang von Atom- und Kohlestrom auf Erneuerbare Energien zu ermöglichen, braucht es laut Habeck neue Koppelungen der schwankenden Produktion an den Energieverbrauch. Dies könnte zu einer enormen Energieersparnis führen: „Die Effizienz, die wir heben können, wenn wir die Erneuerbaren Energien verzahnen mit einer besseren Nutzung, mit einer größeren Effizienz, liegt bei ungefähr 30 Prozent des Primärenergieverbrauchs in Deutschland.“

Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg betonte die Bedeutung der heutigen politischen Entscheidungen für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte: „Gerade was die Frage Smart Energy betrifft, sind wir in der Situation momentan – auch politisch – die die Weichen stellen wird für die nächsten Jahre und vielleicht Jahrzehnte.“

Dr. Michael Weinhold, CTO Siemens Smart Infrastructure machte deutlich: „Nur mit Hilfe der Digitalisierung kann ein nachhaltiges Energiesystem gelingen.“

Eine besondere Bedeutung schreibt er hier dem Stromverteilnetz zu: Einerseits werden hier große Mengen an Erneuerbaren Energien z. B. aus Photovoltaikanlagen direkt integriert; andererseits knüpfen hier Verbraucher Ladestationen für Elektroautos oder Wärmepumpen an. Die Stromerzeugung, freie Netzkapazität und der Verbrauch müssen hier – am Grid Edge – optimal aufeinander abgestimmt werden. Datenbasierte Technologien wie etwa virtuelle Kraftwerke, Microgrids, intelligente Ortsnetzstationen oder selbstheilende Netze sind zunehmend wichtig und wären ohne die Digitalisierung nicht möglich.

Prof. Dieter Kempf, Bundesverband der Deutschen Industrie e. V., Präsident sieht auf dem Weg zu mehr Smart Energy einen großen Teil der Aufgaben bei der Politk. Er machte aber auch sehr deutlich, dass es nicht die Politik allein sein kann. „Es sind wir. Wir stehen dem Thema in einer Massivität im Wege… „Not in my Backyard“… das wird uns hier nicht helfen.“

Weiterhin legte er das Augenmerk auf die Frage der Data Ownership von Industriedaten: „Aber lassen Sie uns ganz ehrlich sein. Haben wir uns die letzten 30 Jahre über die Frage von Data Ownership von Industriedaten unterhalten? No way. Das hat uns überhaupt nicht interessiert. Wenn wir aber diese Daten intensiver nutzen wollen,…, dann werden wir das Thema lösen müssen.“

Dr. Thomas König E.ON SE, COO Networks, Mitglied des Vorstandes sieht in der Digitalisierung den Weg, um den Ansprüchen der immer komplexer werdenden Energiewelt gerecht zu werden.

Er sieht in der Mithilfe von digitalen, innovativen Lösungen, einen großen Vorteil, beispielsweise für die Vorhersagen über Netzzustände in der Zukunft. „So können wir zunehmend Fehler erkennen, bevor sie überhaupt entstehen. Neue Technologien helfen uns auch dabei, den notwendigen Netzausbau ressourcenschonender und effizienter zu gestalten“, so König.

Prof. Christoph Meinel, Gastgeber und Direktor des Hasso-Plattner-Instituts

Laut Gastgeber und Direktor des Hasso-Plattner-Instituts, Prof. Meinel, kann die Digitalisierung die Klimakrise nicht lösen, aber neue digitale Technologien können einen zentralen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen und zu mehr Energieeffizienz leisten. „Wir stehen vor der Herausforderung, dass es künftig sehr viele kleine Einspeiser ins Energienetz geben wird, die mal Energie erzeugen, mal diese selbst nutzen. Die Rolle von Energieerzeugern und -verbrauchern verändert sich und dafür braucht es ganz neue mathematische Modelle.“

Bildergalerie der Industrie 4.0-Konferenz 2020