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04.10.2017

Der 1. Tag: Pionierinnen der Branche begrüßen 18.000 Informatikerinnen aus aller Welt

Stipendiatin Vanessa Ackermann berichtet von der inspirierenden Eröffnung mit Melinda Gates, Dr. Fei Fei Li und TechMoms-Gründerin Sue Black und erhält Antwort auf die Frage, wie die Grace Hopper Konferenz dazu beiträgt, alle Menschen an der Digitalisierung zu beteiligen.

Die Grace Hopper Messe 2017 hieß dieses Jahr 18.000 Informatikerinnen aus aller Welt willkommen.

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Eindrücke unserer Stipendiatinnen von der Grace-Hopper-Messe 2017 findet Ihr im HPI-Logbuch auf dieser Seite, auf Twitter und Facebook:

Von Vanessa Ackermann (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

Wie eine Hymne dröhnt Beyoncés "Who run the world? Girls" aus allen Lautsprechern, während wir mit 18.000 anderen Teilnehmerinnen in den Hauptsaal des Orange County Convention Center zum Startschuss der diesjährigen GHC drängen. Unter tosendem Applaus begrüßen wir weibliche Pioniere der Informatikszene auf der Bühne und hören in Keynotes ihre Lebens- und Erfolgsgeschichten. Es sind sehr verschiedene Schicksale: Dr. Fei Fei Li, Stanford-Professorin und Erfinderin von ImageNet, musste als Einwandererkind in New Jersey einen Waschsalon leiten, um sich ihr Studium zu finanzieren, während Melinda Gates mit einem verschmitzten Lächeln beichtet, dass Bill früher immer etwas verärgert mit dem Computer um ihre Aufmerksamkeit konkurrieren musste.

Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann hat Dr. Sue Black den Weg zur Informatik gefunden und unterstützt heute mit ihrer Initiative "TechMoms" andere Mütter, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe teilen all diese Frauen eine Sorge: Technologien verändern die Welt von beinahe allen Menschen. Wieso sollte dann nur ein kleiner Teil der Menschheit an ihrer Entwicklung beteiligt sein? Bei der Förderung von Frauen geht es nicht um die Sonderbehandlung eines Geschlechts, sondern darum, in einem - mitunter sehr gesellschaftlichen - Gestaltungsprozess alle Menschen gleichermaßen zu repräsentieren. Warum wir dafür die Grace-Hopper-Conference brauchen? Melina Gates trifft es mit einem Satz: You can't be what you can't see. Heute haben wir Vorbilder kennengelernt, gesehen was möglich ist und eine peer group gefunden.

Nach der Keynote geht es los zu den ersten Sessions, wobei wir aus Workshops und Vorträgen zu breit gestreuten Themen von state-of-the-art Technologien bis hin zu Personal Coachings wählen können. Um die beinahe marathon-verdächtigen Distanzen zwischen den einzelnen Locations zu überstehen, werden wir glücklicherweise alle paar Meter mit Muffins, Gemüsesticks und Kaffee versorgt. Eine weitere - unverhoffte - Überraschung sind die "All-gender bathrooms", deren Konzept ich mir erst bewusst wurde, als ich einem Mann am Waschbecken begegnete und für einen kurzen Moment der schieren Panik glaubte, in der Herrentoilette gelandet zu sein.

Zwischen den Sessions schlendern wir über die Career Fair, die mit ihrem aktiven Treiben eher an einen Fischmarkt erinnert: Überall verteilen Unternehmen "Swag", also Goodies jeder Art von T-Shirts über Ladekabel bis hin zu LED-Minni-Maus-Ohren - Disney weiß, was Frauen wollen. Im Gegenzug werden die Unternehmensstände von Teilnehmerinnen mit Lebenslaufstapeln im Arm überrannt und führen on-spot Recruiting-Gespräche für Praktika und Vollzeitjobs.

Als der Tag ein Ende nimmt, habe ich jegliche zeitliche und räumliche Orientierung bereits verloren. Vielleicht ist es der Jetlag, vielleicht aber auch die hohe Frauenquote, die alles so surreal wirken lässt: Zum ersten Mal, seit ich Informatik studiere, dachte ich heute: "Oh, schau mal, ein Mann!" statt "eine Frau". Nach der letzten Session rufe ich in Deutschland an, wünsche Gute Nacht - dort ist es nämlich Mitternacht.

Trotzdem, unsere Truppe bleibt standhaft: Direkt nach der Messe ziehen wir weiter zur pompösen #TwitterNightOut-Reception im Nachbarhotel. Mit kleinen Snacks und Open Bar lassen wir dort den Abend unter lauter Musik und vielen enthusiastischen Grace-Hopperinnen gebührend ausklingen. Was ich mir jetzt noch wünsche? Schlaf. In Deutschland geht gleich die Sonne auf.

Bildergalerie: Tag 1 der Konferenz

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